Satchmo stellt sich seinen Nachbarn vor!

Hallo liebe Nachbarn,

ich bin Satchmo, ein kleiner Neufundländer und seit fünf Wochen der neueste und jüngste Bewohner in den Hühnergärten hier in Mensfelden. Ich bin bei Jan eingezogen, kennt ihr Alle oder? Das ist der Rollstuhlfahrer aus der Hausnummer 7 und da fühle ich mich mit meinen 16 Wochen bereits pudelwohl.

 

Einige von euch habe ich schon bei meinen kleinen Spaziergängen kennen gelernt und dabei freudestrahlend begrüßt, wie das so meine Art ist, denn ich bin total neugierig und wissbegierig, was mich in dieser großen Welt alles erwartet.

Mein Herrchen sagt zwar immer, dass der große Spaß bald vorbei ist, weil wir, also mein Herrchen und ich, konsequent lernen müssen, dass wir zusammen die Ausbildung zum Behindertenbegleithund-Team schaffen.

 

Wenn ich also groß bin, bin ich sein Assistenzhund und habe total viel Verantwortung.

Die Ausbildung zum Behindertenbegleithund soll total schwer sein und fast zwei Jahre dauern. Versteh ich gar nicht, ich habe schon jetzt das Gefühl, dass mein Herrchen wieder etwas mehr in Schwung gekommen ist, dafür brauchte ich keine Ausbildung. Das ständige Parcoursfahren um meine Spielsachen herum, das viele Schmusen und Kraulen, wann immer ICH das will, 😊 Gassi gehen bei Wind und Wetter und allerlei Schabernack der mir eben mal so einfällt. Also ich habe dabei Spaß und assistiere ihm dabei, das Aufgeräumte direkt wieder durcheinander zu machen.

 

Aber vielleicht hat er ja recht, ich soll ihm ja helfen und nicht noch mehr Arbeit verschaffen.

 

Am Besten, ich erkläre euch einmal was ein Assistenzhund ist, der speziell dafür ausgebildet wird, Menschen mit Handicap den Alltag zu erleichtern und ihnen Unabhängigkeit und Selbstständigkeit wieder zu verschaffen. Aufgrund einer gezielten Ausbildung kann ich im Alltag wichtige Aufgaben für mein Herrchen übernehmen.

Ich hebe rasch heruntergefallene Gegenstände wie etwa Geldstücke oder Kleidungsstücke, Handschuhe u. a. auf. Ich bin nicht nur ein stetiger Begleiter, im Team sind wir selbstständiger und unabhängiger.

Zur Ausbildung eines Assistenzhundes können folgende Bestandteile gehören:

  • ein sehr guter Grundgehorsam
  • lockeres an der Leine laufen, bzw. am Rollstuhl, Leinenfrei laufen
  • Bringen diverser Gegenstände (Telefon, heruntergefallene Gegenstände, Medikamente, etc.)
  • Rollstuhl herbeibringen
  • Hilfe beim Aufstehen und Aufrichten
  • beim An- und Auskleiden helfen
  • Licht an und ausmachen
  • Türen öffnen und schließen
  • Schubladen öffnen und schließen
  • Alarmieren durch Bellen in Notsituationen
  • Betätigen eines Alarmknopfes oder evtl. Hilfe holen
  • Tragen eines Einkaufkorbes bzw. Rucksackes
  • Ziehen des Rollstuhls ab dem 2-3 Lebensjahr

… puh ganz schön viel, wann soll ich da noch einfach mal faul im Weg liegen und am Schuh herumknabbern? Also ich sag euch ohne Leckerli geht da Garnichts!

Bilder sollen ja mehr als 1000 Worte sagen, deshalb hier für Euch ein kleines Video Beispiel von Apporte, ich finde dort wird einiges schön erklärt:

Abgesehen von den praktischen Vorteilen, die ich bei meinem Herrchen bewirken kann, kommt auch viele positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele dazu, von Vielen noch immer sehr unterschätzt.

  • Ich schaffe eine neue Unabhängigkeit
  • ich verhelfe ihm wieder zu mehr Mobilität
  • durch mich entstehen neue zwischenmenschliche Kontakte
  • Schmerzmittel könnten durch vermehrte Aktivität reduziert werden
  • ich gebe ihm wieder ein großes Sicherheitsgefühl
  • und das wichtigste ich gebe ihm Lebenswille

 

Aber zurück zum Anfang, soweit sind wir ja noch nicht. Im Moment mache ich gerade die Welpen Schule mit und lerne fleißig die wichtigsten Signale. Ich kann euch sagen, das ständige „Nein“ oder „zu mir“ kann ganz schön nerven, besonders, wenn man beim Gassi gehen ist.

So viele Eindrücke wie z.B., dass ihr mir über den Weg lauft, da muss ich direkt hin und hallo sagen! Vor lauter Aufregung, dass ich euch sehe, spring ich wie ein Känguru durch die Gegend und wenn ich nicht aufpasse, erwische ich euch mit meinen kleinen Milchzähnen, das kann wehtun oder verschrecken.

Aber ihr müsst wissen, ich mach das nicht mit Absicht, ich spiele und freue mich nur, und verstehe euer „Nein“ und „sitz“ recht schnell. Wichtig dabei ist, dass ihr mir helft und bei einer Begegnung mit mir nicht weglauft, nicht die Hände hochreißt, sondern direkt in die Tasche steckt oder hinter den Rücken legt und dann zu mir das Nerv Wort sagt „NEIN“ und einen Schritt auf mich zugeht.

Ich sollte im Regelfall hören. Aktuell lerne ich noch, aber ich gebe mir schon sehr viel Mühe und bin ein ganz toller Hund, sagt meine Ausbilderin.

Urheber: © Jan Pfeiffer

Wichtig ist auch, dass ihr mich nicht ruft, das unterbricht meine Aufmerksamkeit zu meinem Herrchen und macht es für alle recht schwer. Das gilt besonders dann, wenn ich meine Ausbildung zum Behindertenbegleithund mache.

Stellt euch nur mal folgende Situation vor, ich führe mein Herrchen gerade mit der Leine und ihr ruft mich … Ich werde ca. 70-80 cm groß und werde bestimmt meine 60-70 kg wiegen. Da bleibt nicht mehr viel von meinem Herrchen übrig, wenn ich zu euch durchstarte. Kommt einfach dazu, und wenn mein Herrchen mich von meiner Aufgabe entlässt, können wir knuddeln … versprochen!

 

Wenn ihr Fragen habt, ihr wisst ja jetzt wo ich wohne, ich beiße auch nicht, bei meinem Herrchen allerdings weiß ich das nicht so genau, denn ab und an beißt er mir einfach so ins Ohr, dabei wollte ich ihn nur kurz zwicken.

 

Zu allen Hundebesitzern: ich freue mich jederzeit über Besuch oder kleine Spaziergänge zusammen, damit ich fleißig an meinem Sozialverhalten arbeiten kann. Kleine Spaziergänge, gehen auch mit dir, du musst nur fragen und mein Herrchen mitnehmen. Aktuell gehen nur kleine Wege, bin ja noch klein, aber bald bekommt mein Herrchen ein Bike, dann fahren wir zusammen sogar bis nach Limburg zum Eis essen 😊

Eins habe ich noch, ich darf ausschließlich nur von meinem Herrchen gefüttert werden, das ist Bestandteil meiner Ausbildung, und beugt Vergiftungen durch herumliegende Köder vor!

 

Wenn ihr euch über meine Ausbildung informieren wollt, könnt ihr das über unsere Homepage:

www.behindert-begleithund-blog.de oder per Facebook tun.

 

ich freue mich über jeden Kommentar, Herrchen sicher auch, bis dahin ein herzliches Dankeschön an Alle, ich freue mich schon jetzt auf unser nächstes Treffen.

Viele Grüße Satchmo

Kommentar schreiben

Kommentare: 0