Behindertenbegleithund – Lebenshilfe auf vier Pfoten!

Hallo ihr Lieben,
es dreht sich ja hier auf meiner Homepage alles um meinen kleinen Neufundländer - Don Satchmo & seine aufwendige und schwere Ausbildung zum Behindertenbegleithund. Aber was ist ein Behindertenbegleithund überhaupt, was passiert bei der Ausbildung für das Tier und beim Herrchen, auf was muss bereits bei der Welpenauswahl geachtet werden etc.

Ich setze voraus, dass man sich vorab den richtigen Züchter/in ausgesucht hat, wie ich das vor Monaten getan habe, mit den Züchtern Neufundländer Zucht "Heart of Dark Angel" Biggi und Arno Schiff. 

Hilfeleistungen und eine Menge an Informationen geben euch die vielen Hundevereine im Land. Bei mir war das der DNK (Deutscher Neufundländer Klub) oder zum Beispiel der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und international der FCI (Féderation Cynologique International).

Ein guter Züchter/in weis in der Regel bereits welche Ansprüche an einen kommenden Assistenzhund gestellt werden, und welche Vorrausetzungen der Welpe bereits haben sollte, wie zum Beispiel: Sehr ruhig und ausgeglichen, nicht ängstlich und nicht zu dominant. Und wenn der Welpe sich dann noch pudelwohl auf Euren Armen fühlt ... was will man mehr, ich erinnere mich sehr gerne an diesen tollen Moment zurück :-)

Wenn das Tier dann endlich zuhause angekommen ist, gibt es natürlich die Eingewöhnungszeit, mit viel Geduld und Liebe, alles ist neu und unbekannt, dass will erforscht werden, bei jeder Tages und Nachtzeit. Und dann geht es auch schon langsam los mit der Grundausbildung und dem Welpenunterricht. Nichts ist schöner als spielen unter Artgenossen, die Sozialisierung ist unheimlich wichtig.


Spielerich muss Satchmo natürlich erst einmal wie jeder Welpe oder Junghund den Grundgehorsam erlernen. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam! Grundlage für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier  und eine strikte Grundvoraussetzung für alle weiteren Prüfungen.

Hunde haben keine Vorurteile und stellen keine Erwartungen an uns. Sie sind sehr empfänglich für Emotionen und Stimmungsschwankungen, schenken Vertrauen und akzeptieren sowohl körperliche als auch geistige Einschränkungen unvoreingenommen. Ein Hund gibt Lebensqualität zurück, wo man sie längst verloren geglaubt hat und motiviert jeden Tag aufs Neue, einen weiteren Schritt in ein neues Leben zu wagen.
Allein deshalb war es für mich das Beste was ich tun konnte, mir wieder einen Neufundländer anzuschaffen, der ausschließlich und individuell auf meine Bedürfnisse zugeschnitten, trainiert wird. Mit einer richtig guten, erfahrenen Hundeschule zusammen, sollte Satchmo von Anfang an in seiner gewohnten Umgebung, in seinem Zuhause, alle Signale erlernen!

Ich wollte keinen fertigen Hund, der nach zwei Jahren seinen Besitzer wechselt, und dann bei mir nur noch seine Arbeit verrichtet, weil er es nie anders gelernt hat. Ich wollte einen Hund mit einer starken Bindung zu mir, der auf jeden Fall seine Aufgaben mit großer Freude, spielerisch und harmonisch in wechselseitigem Nutzen erledigt.



Kurz zu mir für die Menschen, die mich nicht kennen:

Ich bin durch einen Arbeitsunfall am 16. September 1988 ein hochgradig querschnittsgelähmter Tetraplegiker (Tetraplegie - bezeichnet die komplette oder inkomplette Lähmung aller Extremitäten unterhalb des Halses. Wer Interesse hat: hier bekommt man sehr gut den Querschnitt mit all seinen Ecken und Kanten erklärt.

Sich nach Lust und Laune bewegen zu können ist für die meisten Menschen selbstverständlich! Für mich ist es das nicht – normale Alltagsbewältigungen sind täglich ein harter Kampf!
In den letzten Jahren konnte ich schon einen deutlichen Rückschritt nicht nur bei meiner Gesundheit, sondern gerade hinsichtlich meiner Selbstständigkeit feststellen. Mal eben heruntergefallenes wieder aufheben, geht heute einfach nicht mehr. Zu stark belasten mich meine täglichen Schmerzen, besonders in der Nacht. Da wo andere schlafen, wo Ruhe einkehrt, fange ich an mit meinen Schmerzen zu kämpfen. Das geht soweit, dass ich tagsüber zu nichts mehr zu gebrauchen bin, und darunter leiden in der Regel meine Lieben. Man igelt sich zunehmend ein, und verletzt sogar Menschen, die es nur gut mit einem meinen. So gehen die besten Beziehungen und Freundschaften einfach kaputt!

Aber zurück zum eigentlichen, es geht ja um Satchmo, seine schwere, lange Ausbildung und meine neue Aufgabe: den halben Tag am Schreibtisch oder tagsüber schlafend im Rollstuhl, das geht mit einem Tier einfach nicht, da gibt es kein Wenn und kein Aber! Die frische Luft, die Bewegung und die enorme Unterstützung des Tieres im Alltag wird mein Leben schnell zum Positiven verändern.
Mit dem Hund bin ich weniger alleine und habe durch die neue Verantwortung für dieses Lebewesen eine Aufgabe und auch ein Ziel. Satchmo gibt mir Lebensfreude zurück, motiviert mich über meine Grenzen hinaus zu wachsen und am Alltag aktiv teilzunehmen.

Es gibt viele Dinge, die der Assistenzhund in seiner Ausbildung erlernen kann und sogar soll. Da ich persönlich die individuelle Ausbildung bevorzuge, fallen einige Aufgaben weg, wie z.B.: Wäsche in die Waschmaschine rein und wieder heraus zu holen.

 


Hier eine kurze Erklärung, die hilft zu verstehen, was alles an dieser Ausbildung hängt.

Ein Assistenzhund ist ein Hund, der speziell dafür ausgebildet wird, Menschen mit Handicap den Alltag zu erleichtern und ihnen Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu verschaffen. Aufgrund einer gezielten Ausbildung kann der Hund im Alltag wichtige Aufgaben für seinen Partner Mensch übernehmen. Er hebt rasch heruntergefallene Gegenstände wie etwa Geldstücke oder Kleidungsstücke, Handschuhe u.A. auf. Der ausgebildete Hund ist nicht nur ein steter Begleiter, sondern im Team sind die Partner Mensch und Hund selbstständiger und unabhängiger.



Zur Ausbildung eines Assistenzhundes können folgende Bestandteile gehören:

  • Sehr guter Grundgehorsam
  • Lockeres an der Leine laufen, bzw. am Rollstuhl, leinenfrei laufen
  • Bringen diverser Gegenstände (Telefon, heruntergefallene Gegenstände, Medikamente, etc.)
  • Rollstuhl herbeibringen
  • Hilfe beim Aufstehen und Aufrichten
  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • Licht an- und ausmachen
  • Türen öffnen und schließen
  • Schubladen öffnen und schließen
  • Alarmieren durch Bellen in Notsituationen
  • Betätigen eines Alarmknopfes oder evtl. Hilfe holen
  • Tragen eines Einkaufkorbes bzw. Rucksackes
  • Ziehen des Rollstuhls ab dem 2-3 Lebensjahr

Das Wichtigste, was bei der Ausbildung nie vergessen werden darf ist, dass der Hund auch Bedürfnisse hat. Zum Beispiel spielen, ausgelassen herumschnüffeln usw. muss der Hund auch machen dürfen. Dafür muss extra Zeit eingeplant werden. Es soll beiden große Freude bereiten miteinander arbeiten zu dürfen. Es ist ein Geben und Nehmen in einer wunderbaren Mensch-Hund-Partnerschaft.

Abgesehen von den praktischen Vorteilen, die ein Behindertenbegleithund bei körperlichen Einschränkungen bietet, wird seine positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele von Vielen noch immer sehr unterschätzt.

  • Der Hund schafft eine neue Unabhängigkeit
  • Er verhilft wieder zu mehr Mobilität
  • Durch den Hund entstehen neue zwischenmenschliche Kontakte
  • Schmerzmittel könnten durch vermehrte Aktivität reduziert werden
  • Der Hund gibt ein großes Sicherheitsgefühl
  • Er gibt Lebenswillen!

Ich könnte noch Vieles aufzählen, habe mich aber extra nur an die für mich relevanten Dinge gehalten. Und alleine diese Liste ist schon bemerkenswert für einen Hund, der laut Gesetz immer noch nur als eine Sache geführt wird!
Es wird für Alle ein langer, schwerer Weg bis das Ende der Ausbildung naht. Ich werde versuchen, die Ausbildung immer so gut ich kann, mit zu kommentieren, anhand von Text, Bild oder Videomaterial. Vielleicht kann ich dadurch den ein oder anderen Behinderten dazu bewegen, sich selbst einen Behindertenbegleithund anzuschaffen. Einen treuen neuen Freud!


Natürlich darf man nie vergessen, dass die Beschaffung, das Aufziehen und die Ausbildung von Assistenzhunden beträchtliche finanzielle Mittel erfordert. Darin inbegriffen sind auch Fahrtkosten, Tierarztkosten, Prüfungsgebühren, Begleitpersonen, häusliche Umbauten, Bewegungshilfen und Freizeitausgleichsmöglichkeiten für den Hund.
Niemand kann dies einfach mal so aus dem Ärmel schütteln, und kein Amt bezahlt auch nur einen Cent. Das sollte jedem von Anfang an klar sein. (Der Blindenhund ist davon ausgenommen.)
Ein Spendenaufruf, wie das zu Anfang meine Freunde hier gemacht haben und was ich nun fortführe, ist eine Möglichkeit. Jeder Cent, jede Patenschaft für Ausbildungseinzelstunden etc. jede Hilfeleistung von lieben Menschen zählt und ist so unendlich wichtig für Satchmo und mich. Ohne das, wäre dies einfach völlig unmöglich.


Vielleicht sind wir Zwei auch irgendwann mal interessant genug für eine lokale Berichterstattung, sodass wir mehr Menschen erreichen, und ihnen Mut machen können, die Aufgabe Mensch und Behindertenbegleithund in die Tat umzusetzen.
In ein paar Tagen werde ich tatsächlich 45 Jahre alt. Davon sitze ich nun fast 29 Jahre im Rollstuhl, aber nur wenige Jahre meines Lebens war ich ohne Begleitung eines Hundes. Es muss nicht gleich ein Neufundländer sein, ich finde diese Rasse einfach nur SCHÖN. TOLLE Hunde, aber natürlich geht das alles auch eine deutliche Nummer kleiner. Sehr oft werden Golden Retriever oder Labradore ausgebildet. Ich persönlich behaupte jeder Hund kann zu einem guten Assistenzhund ausgebildet werden, aber ohne die richtige Hundeschule und Liebe geht eh gar nichts! Deswegen mein erster Rat, immer zuerst die richtige Hundeschule mit dem nötigen Wissen aufsuchen, und sich dort richtig beraten lassen. Ich selbst bin jederzeit für Hilfe und Fragen zu haben. Nutzt das Kommentarfeld, den Kontakt oder ruft einfach an. Der knurrende Mann am Ende der Leitung bin ich, auch wenn man erst denkt, das sei Satchmo.


Liebe Grüße
Jan

 

Helft mit Euren Spenden!
Wenn Ihr Satchmo und mich, bei unserer Ausbildung zum Behindertenbegleithund-Team und unseren vielfältigen Aufgaben unterstützen möchtet, würde uns das wirklich helfen. Ihr könnt hier online per PayPal spenden oder auf unser Konto überweisen. Das würde uns RIESIG freuen.

 

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